Rahmen und Gabeln

Nach oben ] Ausbau ] Gabelrohre zerlegen ] Prüfung und Instandsetzung der Gabelrohre ] Prüfung und Instandsetzung des Lenkkopflagers ] [ Einbau der Vorderradgabel ]

Einbau der Vorderradgabel

Die Gabelrohre werden in der umgekehrten Ausbaureihenfolge wieder eingebaut. Die grossen Federn müssen mit der kleineren Steigung nach oben eingebaut werden. Vor dem Anziehen der Achsklemmschrauben und der Klemmschrauben der Gabelbrücken die Gabel mehrmals durchdrücken, damit sich alle Teile in der ursprünglichen Lage setzen. Die Schrauben von unten nach oben fortschreitend anziehen.
Den festen Sitz der Ölablassschrauben mit ihrer Kupferdichtscheibe prüfen und vor dem Aufschrauben des oberen Verschlussstopfens Dämpferöl in der vorgeschriebenen Menge und Qualität einfüllen (siehe technische Daten).
Falls sich die Gabelrohre nur schwer in die Gabelbrücken einführen lassen, sind die Standrohre sorgfältig zu reinigen und zu polieren, eventuell auch mit etwas Abwaschmittellösung zu schmieren. Die Aufnahmen der Standrohre in den Gabelbrücken können auch mit einem grossen Schraubendreher vorsichtig gespreizt werden; dabei darf jedoch keine Gewalt angewendet werden, sonst können die Gabelbrücken brechen.
Vor der ersten Probefahrt muss die Einstellung des Lenkkopflagers geprüft werden. Ein zu loses Lenkkopflager führt vor allem beim Bremsen zum Vibrieren der Vorderradgabel. Rüttelt man bei angezogener Vorderradbremse am Lenker in Vor‑ und Rückwärtsrichtung, darf zwischen Lenkschaft und Steuerkopf kein Spiel spürbar sein.
Die Lenkkopflager dürfen aber auch nicht zu fest angezogen werden. Die Lager können ohne weiteres mit einer Kraft von mehreren Tonnen belastet werden, wobei sich der Lenker anscheinend immer noch leicht bewegen lässt. Zu stramm eingestellte Lager führen zu Rollbewegungen bei niedriger Geschwindigkeit und zu unpräzisem Lenkverhalten Bei richtiger Einstellung ist am Lenkkopf kein Spiel spürbar, und der Lenker bewegt sich bei aufgebockter Maschine mit angehobenem Vorderrad nach einem leichten Anstoss von Anschlag zu Anschlag. Nach der Lenkkopflagereinstellung mit der Nutmutter muss die Sechskantmutter bis zum vorgeschriebenen Drehmoment von 36 bis 52 Nm angezogen werden, anschliessend die Klemmschraube an der Hinterseite der oberen Gabelbrücke bis zu einem Drehmoment von 15 bis 25 Nm.
An Maschinen mit luftunterstützter Gabel muss noch der Luftdruck in beiden Gabelrohren eingestellt werden. Suzuki empfiehlt, die Gabelrohre mit Hilfe einer Fahrradpumpe, eines Übergangsnippels und des Suzuki‑Druckmessers 09940‑44110 aufzupumpen. Man kann sich auch mit einer Fahrradpumpe und dem gewöhnlichen Druckmesser behelfen (Teil Nr. 96200­41330), der mit der Maschine geliefert wird. Es wird davon abbgeraten, Luft aus einer Druckluftanlage zu beziehen, da wegen der sehr geringen benötigten Luftmenge der zulässige Luftdruck sehr rasch überschritten wird, so dass die Dichtringe beschädigt werden können. Die Gabelrohre dürfen nur mit Luft oder Stickstoff aufgepumpt werden, keinesfalls mit Sauerstoff aus der Sauerstofffflasche. Normalerweise stellt man den Druck zwischen 0,6 und 1,2 bar ein, kurzzeitig darf der Druck bis auf 2,5 bar steigen; höhere Drücke führen jedoch zu Schäden an den Dichtringen und an der Gabel. Der Druckunterschied zwischen beiden Gabelrohren muss so klein als möglich sein, er darf keinesfalls mehr als 0,1 bar betragen.
Der Druck in der Vorderradgabel muss auf die Federvorspannung und die Stossdämpfereinstellung der hinteren Federbeine abgestimmt sein. Beachten Sie dazu die Angaben in Kapitel 5.6.5. Bei grob fehlerhafter Abstimmung können sich die Fahreigenschaften in gefährlicher Weise verschlechtern.