Ausbau ] [ Überholung der Schiebervergaser am Modell GS 850 GN ] Besonderheiten der Vergaser für verschärfte Abgasbestimmungen ] Einstellung der Leerlauf-Luftregulierschraube an den Modellen GS 850 GN und GT (Europaausführungen) ] Synchronisierung und Einstellung der Vergaser (Modell GS 850 GN) ] Überholung der Gleichdruckvergaser der Modelle GS 850 GT und GLT ] Synchronisierung der Gleichdruckvergaser an den Modellen GS 850 GT und GLT ] Prüfung und Einstellung des Schwimmerstandes - alle Modelle ] Vergasereinstellung ]

Überholung der Schiebervergaser am Modell GS 850 GN

 

·         Die Vergaser sind an einer Leichtmetallschiene befestigt, die auch als Träger für die Verbindungsstange der Chokebetätigung und für den Anschlag der Gaszüge dient. Damit die Vergaser von der Verbindungsschiene abgenommen werden können, müssen sie zuerst teilweise zerlegt werden. Wenn möglich sollten die Vergaser einzeln zerlegt werden, damit keine zu verschiedenen Vergasern gehörende Teile vermischt werden.

Die mit je drei Schrauben befestigten Vergaserdeckel ausbauen und die Befestigungsschrauben der Schieberhebel an der Schieberverbindungswelle entfernen (Bild 58). Die Befestigungsschraube der Haltelasche entfernen und die Haltelasche der Verbindungswelle herausziehen (Bild 59). Die Stopfen über der Verbindungswelle an der Aussenseite der beiden äusseren Vergaser herausnehmen. Mit einer Spitzzange die Rückholfeder der Seilscheibe der Gaszüge aushängen. Nun kann die Verbindungswelle ausgebaut werden. Die Seilscheibe kann erst nach dem Trennen der Vergaser ausgebaut werden.

 

·         Die Vergaserbatterie mit der Hinterseite nach unten ablegen und die beiden Senkschrauben entfernen, mit denen jederVergaser an der Montageschiene befestigt ist. Die Schiene abheben, wenn nötig ist dazu die Chokewelle leicht zu drehen, damit sich die Gabeln von den Chokeschiebern lösen.

·         Nun sind die Vergaser nur noch durch die aufgesteckten Kraftstoffverbindungsleitungen verbunden. Bevor die Vergaser voneinander getrennt werden, soll jedes Stück gekennzeichnet werden, damit sie wieder in der gleichen Anordnung eingebaut werden können.

·         Von nun an soll jeder Vergaser einzeln zerlegt und wieder zusammengesetzt werden. Den Schieber mit seinem Betätigungshebel vorsichtig herausziehen, damit die Düsennadel nicht beschädigt wird (Bild 60). Schieber und Nadel können nach dem Lösen von zwei kleinen Schrauben vom Hebel getrennt werden. Den Schieberumdrehen und die Nadel mit ihrem Halter herausfallen lassen. Um die Verbindungsstange vom Hebel der Betätigungswelle zu lösen, muss die Einstellschraube des Schiebers ganz ausgeschraubt werden, wodurch die Vergasereinstellung verloren geht. Es dürfte jedoch kaum nötig sein, die Verbindungsstange vom Hebel zu lösen.

  

·        Den Vergaser auf den Kopf stellen und die vier Befestigungsschrauben der Schwimmerkammer entfernen. Die Schwimmerkammer abheben, den Lagerstift des Schwimmers herausziehen und den Schwimmer herausnehmen. Die kleine Schwimmernadel herausnehmen und sorgfältig beiseitelegen (Bild 61).

·         Den Zustand der Schwimmerkammerdichtung prüfen. Sie muss nicht herausgenommen werden, ausser wenn sie beschädigt ist oder undicht war.

·         Die Hauptdüse mit einem breiten Schraubendreher aus dem Düsenhalter ausschrauben, dann den Düsenhalter selbst ausbauen (Bild 62). Auf den O‑Ring am Halter achten. Den Vergaser umdrehen und die Nadeldüse aus der mittleren Bohrung herausnehmen (Bild 63).

·       Die Leerlaufdüse aus ihrem Sitz neben der Hauptdüse ausschrauben.

·         An den Maschinen mit Vergasern, die verschärften Abgasbestimmungen entsprechen (z.B. US Ausführung), dürfen die Leerlaufgemisch­Regulierschrauben nicht verstellt oder ausgeschraubt werden. Die Einstellung erfolgt werkseitig, wozu besondere Messgeräte nötig sind. Die bisherige Europaausführung ist mit einer einstellbaren Leerlaufgemischregulierschraube ausgerüstet. Beachten Sie dazu die Angaben in Kapitel 3.5.4.

·         Der Chokeschieber sitzt in einem Schacht an der Vergaserseite. Zum Ausbauen ist die Kappe abzuschrauben, dann kann der Chokeschieber zusammen mit der Betätigungsstange und der Feder ausgebaut werden (Bild 64).

·         Den Zustand der Schwimmer prüfen. Beschädigte Schwimmer müssen in jedem Fall ersetzt werden. Das Schwimmerventil und die Schwimmernadel können sich nach längerer Betriebszeit abnützen, sie sind deshalb sorgfältig zu prüfen. Abnützung macht sich durch eine Kerbe in der Nähe der Nadelspitze bemerkbar, die zu unvollkommener Abdichtung führt. Ventilsitz und Nadel sind immer paarweise zu ersetzen.

·         Die Nadeldüse und die darin gleitende Düsennadel können sich nach längerer Betriebszeit ebenfalls abnützen, was zu höherem Kraftstoffverbrauch führt. Düse und Nadel sollten gelegentlich ersetzt werden.

·         Bevor die Vergaser in der umgekehrten Zerlegereihenfolge wieder zusammengesetzt werden, müssen sie noch gründlich gereinigt werden. Benützen Sie dazu Pressluft und nicht Lappen, sonst können die feinen Kanäle im Gehäuse durch Stofffasern verstopft werden.

·         Reinigen Sie verstopfte Düsen nie mit einer Nadel oder einem Draht, die Düsen würden unweigerlich beschädigt. Wenn keine Pressluft verfügbar ist, kann man sich mit einer Luftpumpe behelfen.

 

·         Ziehen Sie die Schrauben nicht mit Gewalt an, sonst können die feinen Schraubengewinde oder das Vergasergehäuse aus weichem Zinkguss beschädigt werden. Beim Einführen der Schieber müssen die Nadeln vorsichtig auf die Nadeldüsen ausgerichtet werden.

·         Die Vergaser in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammensetzen. Die Schieber-Verbindungswelle soll vor dem Einbau mit Fett geschmiert werden. Den Zustand der O‑Ringe an beiden Enden der Kraftstoffröhrchen zwischen den Vergasern prüfen; im Zweifelsfall sind siezu ersetzen. Zuerstsind die acht Befestigungsschrauben der Vergaser, erst dann die vier Klemmschrauben der Schieberhebel an der Schieber-Verbindungswelle anzuziehen. Die acht Befestigungsschrauben sollten vor dem Einbau mit flüssiger Gewindesicherung bestrichen werden. Vor dem Einbau der Vergaserdeckel und vordem Einbau der Vergaser in die Maschine müssen die Vergaser synchronisiert werden (siehe Kapitel 3.5.5).