
Der
Ölfiltereinsatz
soll bei jedem
zweiten Ölwechsel
erneuert werden. Nach
dem Ablasen des
Motoröls einen Behälter
unter das Ölfiltergehäuse
stellen und die drei
Hutmuttern des Gehäuses
entfernen. Dabei ist
das Gehäuse
festzuhalten, da es
unter Federdruck
steht. Das Gehäuse
abnehmen und Filter
und Feder
herausnehmen. Die
Filterpatrone kann
nicht gereinigt
werden. Das
Filtergehäuse
reinigen und die
neue Filterpatrone
mit der
Gummidichtung nach
innen einsetzen. Vor
dem Aufsetzen des
Gehäuses den
Zustand der Dichtung
prüfen. Nach dem
Filterwechsel müssen
3,6 Liter Öl eingefüllt
werden.
Den
mit drei Schrauben
befestigten Deckel
über dem rechten
Kurbelgehäuseende
abnehmen, um Zugang
zum Unterbrecher zu
erhalten.
Die
Unterbrecherkontakte
auf Brandspuren und
Abnützung prüfen.
Ablagerungen können
mit einer Schlüsselfeile
oder mit feinem
Schmirgeltuch (Körnung
400) entfernt
werden, das um einen
dünnen
Blechstreifen
gewickelt wird.
Stark abgebrannte
Kontakte müssen
ersetzt werden.
Die
Kontakte sind mit
den von ihnen
bedienten Zylindern
bezeichnet (1.4 und
«2.3»). Zuerst ist
der mit 1.4 (gemeint
ist Zylinder 1+4)
bezeichnete
Unterbrecher
einzustellen. Die
Kurbelwelle mit
einem Ringschlüssel
am grossen Sechskant
über dem
Unterbrechernocken
so drehen, dass die
Unterbrecherkontakte
1.4 ganz geöffnet
sind und den
Kontaktabstand mit
einer Fühlerlehre
messen. Er soll 0,3
bis 0,4 mm betragen.
Zum
Einstellen des
Kontaktabstandes die
Befestigungsschraube
des festen Kontaktes
etwas lockern. und
einen
Schraubendreher
zwischen dem Schlitz
des festen Kontaktes
und den beiden
Stiften der
Grundplatte
ansetzen. Durch
Drehen des
Schraubendrehers
kann der
Kontaktabstand vergrössert
oder verkleinert
werden. Die Schraube
wieder anziehen und
den Kontaktabstand
nochmals prüfen.
Die
Kurbelwelle
weiterdrehen, so
dass der zu den
Zylindern 2 und 3
gehörende
Unterbrecher ganz
offen ist. Den
Kontaktabstand in
gleicher Weise
messen und
einstellen wie beim
ersten Unterbrecher.
Dabei darf nur die
Befestigungssch
raube des festen
Kontaktes gelöst
werden, keinesfalls
die beiden
Befestigungsschrauben
der Grundplatte des
Unterbrechers<~2.3»
an der grossen
Grundplatte, sonst
wird der Zündzeitpunkt
verstellt. An beiden
Unterbrechern müssen
die Kontaktabstände
gleich sein, weil
davon der Zündzeitpunkt
abhängt.
Nach dem Verstellen
des Kontaktabstandes
muss in jedem Fall
der Zündzeitpunkt
geprüft und nötigenfalls
eingestellt werden.
Zuerst wird der Zündzeitpunkt
für den hinteren
Unterbrecher zu den
Zylindern 1 und 4
gemessen und
eingestellt. Eine
12VLampe
zwischen dem
beweglichen Kontakt
und Masse
anschliessen. Die Zündung
einschalten und den
Motor am grossen
Sechskant über dem
Unterbrechernocken
mit einem Ringschlüssel
drehen, bis die
Marke «F 1.4 auf
dem
Fliehkraftversteller
genau mit der festen
Marke fluchtet. In
dieser Stellung müssen
sich die Kontakte
gerade zu trennen
beginnen, das heisst
die Lampe beginnt zu
brennen. Zur
Einstellung die drei
Schrauben in den
Langlöchern der
grossen Grundplatte
lockern und die
Grundplatte so
drehen, dass die
Lampe zu flackern
beginnt. Die
Schrauben wieder
anziehen, den Motor
um 90' im
Gegenuhrzeigersinn
zurückdrehen und
den Zündzeitpunkt
in der Vorwärtsbewegung
nochmals prüfen.
Die
Prüflampe am
beweglichen Kontakt
des Unterbrechers für
die Zylinder 2 und 3
anschliessen und den
Zündzeitpunkt in
gleicher Weise prüfen.
Die Lampe muss zu
brennen beginnen,
wenn die Marke «F
2.3>~ mit der
festen Marke
fluchtet. Für die
Einstellung die
beiden
Befestigungsschrauben
der Grundplatte des
rechten
Unterbrechers an der
grossen Grundplatte
lösen und den
Unterbrecher 2.3
entsprechend
verschieben. Die
Schrauben wieder
anziehen und den Zündzeitpunkt
nochmals prüfen.
Der
Zündzeitpunkt kann
bequemer und genauer
mit einem Stroboskop
geprüft werden. Das
Stroboskop
nach den
Herstellervorschriften
am Zündkabel des
Zylinders Nr. 1
anschliessen. Bei
einer Drehzahl von
1500/min und
darunter muss die
Marke F 1.4 mit der
festen Marke
fluchten, von einer
Drehzahl von
2500/min an muss der
Fliehkraftversteller
auf volle Frühzündung
gestellt sein,
das heisst
die rechte,
unbezeichnete Marke
muss mit der festen
Marke fluchten.
Beide Unterbrecher
nacheinander wie bei
der Einstellung mit
der Prüflampe
einstellen.
Den
Schmierfilz des
Unterbrechernockens
mit einem Tropfen Öl
schmieren. Es darf
nicht zu stark geölt
werden, sonst kann
überschüssiges Öl
auf die
Unterbrecherkontakte
geschleudert werden
und zu Zündstörungen
führen.
Diese
beiden Modelle sind
mit einer
elektronischen Zündung
ausgerüstet, die
ausser dem
Fliehkraftversteller
keine mechanischen
Teile enthält. Da
keine sich abnützenden
Teile vorhanden
sind, ist es unnötig,
den Zündzeitpunkt
periodisch zu prüfen.
Den
Kraftstofftank und
den
Zylinderkopfdeckel
ausbauen. Nach dem
Entfernen der
Deckelschrauben kann
der Deckel mit
vorsichtigen Schlägen
eines Kunststoffhammers
gelöst werden,
falls die
Deckeldichtung fest
hält. Es darf
nur gegen Teile des
Deckels geschlagen
werden, die
gut durch Rippen
unterstützt sind.
Die
Zündkerzen
ausschrauben und den
Deckel über dem
rechten Kurbelgehäuse
ausbauen. Das Spiel
an einem Ventil mit
einer Fühlerlehre
messen und nötigenfalls
durch Auswechseln
der Einstellscheibe
im Ventilstössel
auf den
vorgeschriebenen
Wert einstellen,
dann zum nächsten
Ventil übergehen.
Der Motor wird dabei
mit einem
19mm-Ringschlüssel
am rechten
Kurbelwellenende in
Vorwärtsrichtung
(Uhrzeigersinn)
durchgedreht. Bei
der Messung des
Ventilspiels muss
sich der betreffende
Nocken in einer der
beiden in Bild 6
angegebenen
Stellungen befinden.
![]() |
Bild 6 Das Ventilspiel kann in einer der beiden eingezeichneten Nockenwellenstellungen gemessen werden. Ventilspiel: Einlaß:............. 0,03 bis 0,08 rnm Auslaß:.............0,04 bis 0,07mm |
Das
Ventilspiel mit Fühlerlehren
messen (Bild 2).
Falls es nicht 0,03
bis 0,08 rnm beträgt,
muss die
Einstellscheibe
ausgewechselt
werden. Zum Niederdrücken
des Ventilstössels
gibt es ein
Spezialwerkzeug von
Suzuki (Nr.
09916‑64510),
das man sich aber
auch selbst aus
einem Stück
Flacheisen
herstellen kann
(Bild 3). Das
Werkzeug wird neben
dem Nocken zwischen
Nockenwelle und
Ventilstösselrand
angesetzt, wie Bild
4 zeigt.
|
Bild 2: Messung des Ventilspiels mit Fühlerlehre
|
Bild 3: Ein selbst angefertigter Ventilfederdrücker (etwa 15 cm lang)
|
|
Bild
4:
Auswechseln
einer
Einstellscheibe
|
Mit
dem Suzuki-Werkzeug
kann der
Ventilstössel
in einem Zug
niedergedrückt
und in
dieser
Stellung
festgehalten
werden. Mit
dem
improvisierten
Werkzeug
muss man den
Ventilstössel
mit einem
zwischen
Nocken und
Stössel
eingeführten
Werkzeug
niederdrücken
und dann den
Stössel in
der tiefen
Stellung
durch Einführen
des
Werkzeuges
sichern. In
jedem Fall
ist vor dem
Niederdrücken
des Ventilstössels
der Stössel
so zu
drehen, dass
die
Lücke im überstehenden
Rand nicht
von der
Nockenwelle
verdeckt
wird, dann
kann die
Einstellscheibe
mit einem
kleinen
Schraubendreher
herausgehebelt
werden. |
Einstellscheiben
sind in 20
verschiedenen Dicken
zwischen
2,15 und 3,10 mm
in Stufen von 0,05
mm erhältlich. Jede Scheibe
ist an der
Unterseite mit einer
dreistelligen
Zahl bezeichnet,
weiche
die Dicke
in 1/100 mm
angibt, zB. 235 für2,35
mm. Die Scheiben
werden nach der
Tabelle in Bild
5 ausgewählt.
Die
Anschaffung des
kompletten
Einstellscheibensatzes
ist ausserordentlich
kostspielig. Am
besten kauft man die
benötigten Scheiben
einzeln. Möglicherweise
erklärt sich eine
SuzukiVertretung bereit,
die benötigten
Scheiben im
Austausch abzugeben,
falls die alten
Scheiben keine Abnützungsspuren
aufweisen. Vor
dem
Einsetzen sind die
Scheiben beidseitig
reichlich mit
Motorenöl zu
schmieren. Die
Scheibe muss immer
mit der Nummer nach
unten eingesetzt
werden, so dass der
Nocken nicht über
die Nummer schleift.
Nach dem
Einsetzen einer
Scheibe den Motor um
mehrere Umdrehungen
in Vorwärtsrichtung
durchdrehen und das
Ventilspiel nochmals
prüfen.
Zuletzt wird die
Nockenwelle
reichlich mit
sauberem Motorenöl
geschmiert und der
Zylinderkopfdeckel
mit einer neuen
Dichtung montiert.
Für
beste Motorleistung
und ruhigen
Lauf müssen
alle vier Vergaser
richtig eingestellt
sein und genau
synchron arbeiten.
Die Einstellarbeiten
müssen unbedingt in
den vorgeschriebenen
Intervallen ausgeführt
werden.
Für
die Einstellung benötigt
man einen Satz von
vier
Vakuummanometern mit
den nötigen
Adaptern für den
Anschluss an die
Vakuummessöffnungen
der Ansaugrohre. Die
Vergasereinstellung
ist für ruhigen
Motorlauf, sparsamen
Betrieb und zum
Vermeiden von
Motorschäden
infolge falscher Gemischzusammensetzung
recht kritisch.
Es empfiehlt sich
deshalb, auch
angesichts der hohen
Anschaffungskosten
der Manometer, die
Einstellung in einer
Suzuki-Vertretung
vornehmen zu lassen.
Wer die
Messinstrumente zur
Hand hat und auch über
die nötige
Erfahrung verfügt,
kann die Einstellung
nach der
Beschreibung in den
Kapiteln hier
und hier
vornehmen.
Die
Leerlaufdrehzahl
wird mit der
Anschlagschraube mit
dem grossen
Nylonkopf in der
Mitte der
Vergaserbatterie auf
1050+‑100/min
eingestellt. Vor
der Einstellung muss
der Motor auf die
normale
Betriebstemperatur
warmgefahren werden.
Die
Einstellung des
doppelten Gaszuges
am Modell GN ist hier beschrieben, die
Einstellung des
einfachen Gaszuges
an den Modellen GT
und GILT ist hier zu finden
Falls
sich das Luftfilter
im Betrieb zusetzt,
vergrössert sich
der Strömungswiderstand
im Ansaugtrakt, was
verminderte Leistung
und erhöhten
Kraftstoffverbrauch
zur Folge hat. Das
Luftfiltergehäuse
ist an jeder Seite
mit einem
verchromten Deckel
versehen, der mit
zwei Schrauben
befestigt ist. Beide
Deckel ausbauen und
die einzelne
Befestigungsschraube
an der linken Seite
entfernen, dann kann
der Halter mit dem
Luftfiltereinsatz
herausgestossen
werden. Die beiden
Befestigungsschrauben
des Einsatzes am
Halter entfernen und
den Filtereinsatz
herausnehmen. Den
Filtereinsatz aus
Polyurethan
vorsichtig in Benzin
auswaschen, mit
Pressluft
trockenblasen und
mit Öl tränken.
Die
Zündkerzen
ausschrauben und die
Ablagerungen mit
einer Drahtbürste
entfernen. Die
Elektroden mit
feinem Schmirgeltuch
reinigen, den
Elektrodenabstand
mit einer Fühlerlehre
messen und nötigenfalls
auf 0,6 bis 0,8 mm
einstellen. Bei
jedem Ausschrauben
der Zündkerzen ist
das Zündkerzenbild
zu beurteilen. Falls
das Zündkerzenbild
zeigt, dass die
serienmässig
eingebauten Zündkerzen
(NGK B8ES oder
Nippon Denso W24ES)
zu heiss laufen, d.
h. wenn der Isolator
weissgebrannt
erscheint, müssen kältere
Kerzen eingesetzt
werden, z. B. NGK
B9ES oder Nippon
Denso W27ES.
Erscheinen die
eingebauten Kerzen
zu kalt, mit
schwarzen russigen
Ablagerungen, müssen
wärmere Kerzen wie
NGK B7ES oder Nippon
Denso W22ES
eingebaut werden.
Vor dem Einschrauben
sollten die
Kerzengewinde mit
wenig Graphitfett
geschmiert werden,
um den späteren
Ausbau zu
erleichtern.
An
der Kupplung selbst
kann nichts
eingestellt werden.
Die Einstellung
erfolgt am
Kupplungszug,
entweder beim
Handhebel oder am
Ausrückhebel
oberhalb des rechten
Kurbelgehäusedeckels.
| Die
Seilzüge
werden mit
Motoröl
oder mit
Maschinenöl
geschmiert.
Die Seilzüge
können nach
der in Bild
7 gezeigten
Methode
geschmiert
werden, wozu
sie
allerdings
ausgebaut
werden müssen.
Falls ein
Drucköler
verfügbar
ist, können
die Seilzüge
auch ohne
Ausbau
geschmiert
werden.
Zugseile mit
Nylonüberzug
sollten
nicht
geschmiert
werden,
sonst kann
der
Nylonbelag
aufquellen. |
![]() |
Diese
Arbeit wird am
besten nach dem Prüfen
und Einstellen des
Ventilspiels ausgeführt,
wenn der
Kraftstofftank
noch abgenommen ist.
Zuerst die 12 10-mmMuttern
in der
Anzugsreihenfolge
nach Bild 48 bis zu
einem Drehmoment von
37 Nm anziehen, dann
die drei 6-mmSchrauben
auf 9 Nm. Bei dieser
Gelegenheit
empfiehlt es sich,
gleich den Anzug der
Auspuff‑Flanschschrauben
am Zylinderkopf zu
prüfen. Das
Anzugsdrehmoment
beträgt 9 bis 14
Nm.
Die
Maschine auf dem
Mittelständeraufbocken
und eventuell an der
Hinterseite
belasten, so dass
das Vorderrad vom
Boden abhebt. Die
Gabel in der Nähe
der Radachse
ergreifen und nach
vorn und hinten rütteln.
Dabei darf kein
Spiel zwischen den
Gabelbrücken und
dem Rahmen spürbar
sein, andernfalls
muss das
Lenkkopflager
nachgestellt werden.
Ein zu grosses Spiel
im Lenkkopflager führt
zu ungenauem
Lenkverhalten und
zum Springen der
Vorderradgabel. Für
die Einstellung muss
die Klemmschraube an
der Hinterseite der
oberen Gabelbrücke
gelockert werden.
Unmittelbar unter
der oberen Gabelbrücke
sitzt auf dem
Lenkschaft die
Einstellmutter, eine
Nutmutter, die mit
einem Hakenschlüssel
gedreht werden kann.
Die Mutter nur wenig
drehen, dann die
Einstellung prüfen.
Die Mutter darf
keinesfalls zu fest
angezogen werden. Es
ist ohne weiteres möglich,
die Lenkkopflager
mit mehreren Tonnen
zu belasten, wobei
sich der Lenker
anscheinend immer
noch leicht drehen lässt.
Zu fest
angezogene
Lenkkopflager führen
zu Rollbewegungen
bei niedriger
Geschwindigkeit und
zu ungenauem
Lenkverhalten.
Bei richtiger
Einstellung ist beim
Rütteln an der
Gabel kein Spiel spürbar,
und der Lenker
bewegt sich bei
abgehobenem
Vorderrad schon mit
einem leichten Stoss
von Anschlag zu
Anschlag.