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Alle vier Monate oder alle 5000 km 

Austausch des Ölfiltereinsatzes: 

Der Ölfiltereinsatz soll bei jedem zweiten Ölwechsel erneuert werden. Nach dem Ablasen des Motoröls einen Behälter unter das Ölfiltergehäuse stellen und die drei Hutmuttern des Gehäuses entfernen. Dabei ist das Gehäuse festzuhalten, da es unter Federdruck steht. Das Gehäuse abnehmen und Filter und Feder herausnehmen. Die Filterpatrone kann nicht gereinigt werden. Das Filtergehäuse reinigen und die neue Filterpatrone mit der Gummidichtung nach innen einsetzen. Vor dem Aufsetzen des Gehäuses den Zustand der Dichtung prüfen. Nach dem Filterwechsel müssen 3,6 Liter Öl eingefüllt werden.  

Reinigung und Einstellung der Unterbrecherkontakte (nur Modell GS 850 GN):  

Den mit drei Schrauben befestigten Deckel über dem rechten Kurbelgehäuseende abnehmen, um Zugang zum Unterbrecher zu erhalten.  

Die Unterbrecherkontakte auf Brandspuren und Abnützung prüfen. Ablagerungen können mit einer Schlüsselfeile oder mit feinem Schmirgeltuch (Körnung 400) entfernt werden, das um einen dünnen Blechstreifen gewickelt wird. Stark abgebrannte Kontakte müssen ersetzt werden.  

Die Kontakte sind mit den von ihnen bedienten Zylindern bezeichnet (1.4 und «2.3»). Zuerst ist der mit 1.4 (gemeint ist Zylinder 1+4) bezeichnete Unterbrecher einzustellen. Die Kurbelwelle mit einem Ringschlüssel am grossen Sechskant über dem Unterbrechernocken so drehen, dass die Unterbrecherkontakte 1.4 ganz geöffnet sind und den Kontaktabstand mit einer Fühlerlehre messen. Er soll 0,3 bis 0,4 mm betragen.  

Zum Einstellen des Kontaktabstandes die Befestigungsschraube des festen Kontaktes etwas lockern. und einen Schraubendreher zwischen dem Schlitz des festen Kontaktes und den beiden Stiften der Grundplatte ansetzen. Durch Drehen des Schraubendrehers kann der Kontaktabstand vergrössert oder verkleinert werden. Die Schraube wieder anziehen und den Kontaktabstand nochmals prüfen. 

Die Kurbelwelle weiterdrehen, so dass der zu den Zylindern 2 und 3 gehörende Unterbrecher ganz offen ist. Den Kontaktabstand in gleicher Weise messen und einstellen wie beim ersten Unterbrecher. Dabei darf nur die Befestigungssch raube des festen Kontaktes gelöst werden, keinesfalls die beiden Befestigungsschrauben der Grundplatte des Unterbrechers­<~2.3» an der grossen Grundplatte, sonst wird der Zündzeitpunkt verstellt. An beiden Unterbrechern müssen die Kontaktabstände gleich sein, weil davon der Zündzeitpunkt abhängt.  

Prüfung und Einstellung des Zündzeitpunktes  (nur Modell GS 850 GN):  

Nach dem Verstellen des Kontaktabstandes muss in jedem Fall der Zündzeitpunkt geprüft und nötigenfalls eingestellt werden. Zuerst wird der Zündzeitpunkt für den hinteren Unterbrecher zu den Zylindern 1 und 4 gemessen und eingestellt. Eine 12VLampe zwischen dem beweglichen Kontakt und Masse anschliessen. Die Zündung einschalten und den Motor am grossen Sechskant über dem Unterbrechernocken mit einem Ringschlüssel drehen, bis die Marke «F 1.4 auf dem Fliehkraftversteller genau mit der festen Marke fluchtet. In dieser Stellung müssen sich die Kontakte gerade zu trennen beginnen, das heisst die Lampe beginnt zu brennen. Zur Einstellung die drei Schrauben in den Langlöchern der grossen Grundplatte lockern und die Grundplatte so drehen, dass die Lampe zu flackern beginnt. Die Schrauben wieder anziehen, den Motor um 90' im Gegenuhrzeigersinn zurückdrehen und den Zündzeitpunkt in der Vorwärtsbewegung nochmals prüfen.

Die Prüflampe am beweglichen Kontakt des Unterbrechers für die Zylinder 2 und 3 anschliessen und den Zündzeitpunkt in gleicher Weise prüfen. Die Lampe muss zu brennen beginnen, wenn die Marke «F 2.3>~ mit der festen Marke fluchtet. Für die Einstellung die beiden Befestigungsschrauben der Grundplatte des rechten Unterbrechers an der grossen Grundplatte lösen und den Unterbrecher 2.3 entsprechend verschieben. Die Schrauben wieder anziehen und den Zündzeitpunkt nochmals prüfen.  

Der Zündzeitpunkt kann bequemer und genauer mit einem Stroboskop geprüft werden. Das Stroboskop nach den Herstellervorschriften am Zündkabel des Zylinders Nr. 1 anschliessen. Bei einer Drehzahl von 1500/min und darunter muss die Marke F 1.4 mit der festen Marke fluchten, von einer Drehzahl von 2500/min an muss der Fliehkraftversteller auf volle Frühzündung gestellt sein, das heisst die rechte, unbezeichnete Marke muss mit der festen Marke fluchten. Beide Unterbrecher nacheinander wie bei der Einstellung mit der Prüflampe einstellen.  

Den Schmierfilz des Unterbrechernockens mit einem Tropfen Öl schmieren. Es darf nicht zu stark geölt werden, sonst kann überschüssiges Öl auf die Unterbrecherkontakte geschleudert werden und zu Zündstörungen führen.  

Prüfung des Zündzeitpunktes an den Modellen GT und GLT:  

Diese beiden Modelle sind mit einer elektronischen Zündung ausgerüstet, die ausser dem Fliehkraftversteller keine mechanischen Teile enthält. Da keine sich abnützenden Teile vorhanden sind, ist es unnötig, den Zündzeitpunkt periodisch zu prüfen.  

Prüfung und Einstellung des Ventilspiels: 

Den Kraftstofftank und den Zylinderkopfdeckel ausbauen. Nach dem Entfernen der Deckelschrauben kann der Deckel mit vorsichtigen Schlägen eines Kunststoffhammers gelöst werden, falls die Deckeldichtung fest hält. Es darf nur gegen Teile des Deckels geschlagen werden, die gut durch Rippen unterstützt sind.  

Die Zündkerzen ausschrauben und den Deckel über dem rechten Kurbelgehäuse ausbauen. Das Spiel an einem Ventil mit einer Fühlerlehre messen und nötigenfalls durch Auswechseln der Einstellscheibe im Ventilstössel auf den vorgeschriebenen Wert einstellen, dann zum nächsten Ventil übergehen. Der Motor wird dabei mit einem 19mm-Ringschlüssel am rechten Kurbelwellenende in Vorwärtsrichtung (Uhrzeigersinn) durchgedreht. Bei der Messung des Ventilspiels muss sich der betreffende Nocken in einer der beiden in Bild 6 angegebenen Stellungen befinden.

Bild 6 Das Ventilspiel kann in einer der beiden eingezeichneten Nockenwellenstellungen gemessen werden.

Ventilspiel:

Einlaß:............. 0,03 bis 0,08 rnm

Auslaß:.............0,04 bis 0,07mm

Das Ventilspiel mit Fühlerlehren messen (Bild 2). Falls es nicht 0,03 bis 0,08 rnm beträgt, muss die Einstellscheibe ausgewechselt werden. Zum Niederdrücken des Ventilstössels gibt es ein Spezialwerkzeug von Suzuki (Nr. 09916‑64510), das man sich aber auch selbst aus einem Stück Flacheisen herstellen kann (Bild 3). Das Werkzeug wird neben dem Nocken zwischen Nockenwelle und Ventilstösselrand angesetzt, wie Bild 4 zeigt.

Bild 2Messung des Ventilspiels mit Fühlerlehre

Bild 3: Ein selbst angefertigter Ventilfederdrücker (etwa 15 cm lang)

Bild 4: Auswechseln einer Einstellscheibe
1 Ventilfederdrücker
, 2 Einstellscheibe
3 Ventilstössel

Mit dem Suzuki-Werkzeug kann der Ventilstössel in einem Zug niedergedrückt und in dieser Stellung festgehalten werden. Mit dem improvisierten Werkzeug muss man den Ventilstössel mit einem zwischen Nocken und Stössel eingeführten Werkzeug niederdrücken und dann den Stössel in der tiefen Stellung durch Einführen des Werkzeuges sichern. In jedem Fall ist vor dem Niederdrücken des Ventilstössels der Stössel so zu drehen, dass die Lücke im überstehenden Rand nicht von der Nockenwelle verdeckt wird, dann kann die Einstellscheibe mit einem kleinen Schraubendreher herausgehebelt werden.

Einstellscheiben sind in 20 verschiedenen Dicken zwischen 2,15 und 3,10 mm in Stufen von 0,05 mm erhältlich. Jede Scheibe ist an der Unterseite mit einer dreistelligen Zahl bezeichnet, weiche die Dicke in 1/100 mm angibt, zB. 235 für2,35 mm. Die Scheiben werden nach der Tabelle in Bild 5 ausgewählt.
Die Anschaffung des kompletten Einstellscheibensatzes ist ausserordentlich kostspielig. Am besten kauft man die benötigten Scheiben einzeln. Möglicherweise erklärt sich eine Suzuki­Vertretung bereit, die benötigten Scheiben im Austausch abzugeben, falls die alten Scheiben keine Abnützungsspuren aufweisen. Vor dem Einsetzen sind die Scheiben beidseitig reichlich mit Motorenöl zu schmieren. Die Scheibe muss immer mit der Nummer nach unten eingesetzt werden, so dass der Nocken nicht über die Nummer schleift. Nach dem Einsetzen einer Scheibe den Motor um mehrere Umdrehungen in Vorwärtsrichtung durchdrehen und das Ventilspiel nochmals prüfen. Zuletzt wird die Nockenwelle reichlich mit sauberem Motorenöl geschmiert und der Zylinderkopfdeckel mit einer neuen Dichtung montiert.  

Leerlaufeinstellung und Vergasersynchronisation: 

Für beste Motorleistung und ruhigen Lauf müssen alle vier Vergaser richtig eingestellt sein und genau synchron arbeiten. Die Einstellarbeiten müssen unbedingt in den vorgeschriebenen Intervallen ausgeführt werden.  

Für die Einstellung benötigt man einen Satz von vier Vakuummanometern mit den nötigen Adaptern für den Anschluss an die Vakuummessöffnungen der Ansaugrohre. Die Vergasereinstellung ist für ruhigen Motorlauf, sparsamen Betrieb und zum Vermeiden von Motorschäden infolge falscher Gemischzusammensetzung recht kritisch. Es empfiehlt sich deshalb, auch angesichts der hohen Anschaffungskosten der Manometer, die Einstellung in einer Suzuki-Vertretung vornehmen zu lassen. Wer die Messinstrumente zur Hand hat und auch über die nötige Erfahrung verfügt, kann die Einstellung nach der Beschreibung in den Kapiteln hier und hier vornehmen.  

Die Leerlaufdrehzahl wird mit der Anschlagschraube mit dem grossen Nylonkopf in der Mitte der Vergaserbatterie auf 1050+‑100/min eingestellt. Vor der Einstellung muss der Motor auf die normale Betriebstemperatur warmgefahren werden.  

Die Einstellung des doppelten Gaszuges am Modell GN ist hier beschrieben, die Einstellung des einfachen Gaszuges an den Modellen GT und GILT ist hier zu finden  

Reinigung des Luftfiltereinsatzes: 

Falls sich das Luftfilter im Betrieb zusetzt, vergrössert sich der Strömungswiderstand im Ansaugtrakt, was verminderte Leistung und erhöhten Kraftstoffverbrauch zur Folge hat. Das Luftfiltergehäuse ist an jeder Seite mit einem verchromten Deckel versehen, der mit zwei Schrauben befestigt ist. Beide Deckel ausbauen und die einzelne Befestigungsschraube an der linken Seite entfernen, dann kann der Halter mit dem Luftfiltereinsatz herausgestossen werden. Die beiden Befestigungsschrauben des Einsatzes am Halter entfernen und den Filtereinsatz herausnehmen. Den Filtereinsatz aus Polyurethan vorsichtig in Benzin auswaschen, mit Pressluft trockenblasen und mit Öl tränken.  

Reinigung und Prüfung der Zündkerzen: 

Die Zündkerzen ausschrauben und die Ablagerungen mit einer Drahtbürste entfernen. Die Elektroden mit feinem Schmirgeltuch reinigen, den Elektrodenabstand mit einer Fühlerlehre messen und nötigenfalls auf 0,6 bis 0,8 mm einstellen. Bei jedem Ausschrauben der Zündkerzen ist das Zündkerzenbild zu beurteilen. Falls das Zündkerzenbild zeigt, dass die serienmässig eingebauten Zündkerzen (NGK B8ES oder Nippon Denso W24ES) zu heiss laufen, d. h. wenn der Isolator weissgebrannt erscheint, müssen kältere Kerzen eingesetzt werden, z. B. NGK B9ES oder Nippon Denso W27ES. Erscheinen die eingebauten Kerzen zu kalt, mit schwarzen russigen Ablagerungen, müssen wärmere Kerzen wie NGK B7ES oder Nippon Denso W22ES eingebaut werden. Vor dem Einschrauben sollten die Kerzengewinde mit wenig Graphitfett geschmiert werden, um den späteren Ausbau zu erleichtern.  

Kupplung einstellen:  

An der Kupplung selbst kann nichts eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt am Kupplungszug, entweder beim Handhebel oder am Ausrückhebel oberhalb des rechten Kurbelgehäusedeckels.   Die Gummimanschette über der Einstellmutter und Gegenmutter am Handhebel zurückziehen, die Gegenmutter lockern und die Einstellmutter ganz einschrauben, um den Seilzug ganz zu entspannen. Die Gegenmutter am Ausrückhebel über dem Kurbelgehäuse lockern und mit der verchromten Einstellmutter den Seilzug spannen, bis das Spiel am Handhebel noch 2 bis 3 mm beträgt, dann beide Gegenmuttern wieder anziehen und die Gummimanschette überziehen. Falls der Einstellbereich am Ausrückhebel nicht ausreicht, muss die Einstellung mit der Mutter am Handhebel vorgenommen werden.

Seilzüge schmieren

Die Seilzüge werden mit Motoröl oder mit Maschinenöl geschmiert. Die Seilzüge können nach der in Bild 7 gezeigten Methode geschmiert werden, wozu sie allerdings ausgebaut werden müssen. Falls ein Drucköler verfügbar ist, können die Seilzüge auch ohne Ausbau geschmiert werden. Zugseile mit Nylonüberzug sollten nicht geschmiert werden, sonst kann der Nylonbelag aufquellen.

Zylinderkopfschrauben und -muttern anziehen  

Diese Arbeit wird am besten nach dem Prüfen und Einstellen des Ventilspiels ausgeführt, wenn der

Kraftstofftank noch abgenommen ist. Zuerst die 12 10-mm­Muttern in der Anzugsreihenfolge nach Bild 48 bis zu einem Drehmoment von 37 Nm anziehen, dann die drei 6-mm­Schrauben auf 9 Nm. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt es sich, gleich den Anzug der Auspuff‑Flanschschrauben am Zylinderkopf zu prüfen. Das Anzugsdrehmoment beträgt 9 bis 14 Nm.  

Lenkkopflager einstellen

Die Maschine auf dem Mittelständeraufbocken und eventuell an der Hinterseite belasten, so dass das Vorderrad vom Boden abhebt. Die Gabel in der Nähe der Radachse ergreifen und nach vorn und hinten rütteln. Dabei darf kein Spiel zwischen den Gabelbrücken und dem Rahmen spürbar sein, andernfalls muss das Lenkkopflager nachgestellt werden. Ein zu grosses Spiel im Lenkkopflager führt zu ungenauem Lenkverhalten und zum Springen der Vorderradgabel. Für die Einstellung muss die Klemmschraube an der Hinterseite der oberen Gabelbrücke gelockert werden. Unmittelbar unter der oberen Gabelbrücke sitzt auf dem Lenkschaft die Einstellmutter, eine Nutmutter, die mit einem Hakenschlüssel gedreht werden kann. Die Mutter nur wenig drehen, dann die Einstellung prüfen. Die Mutter darf keinesfalls zu fest angezogen werden. Es ist ohne weiteres möglich, die Lenkkopflager mit mehreren Tonnen zu belasten, wobei sich der Lenker anscheinend immer noch leicht drehen lässt. Zu fest angezogene Lenkkopflager führen zu Rollbewegungen bei niedriger Geschwindigkeit und zu ungenauem Lenkverhalten. Bei richtiger Einstellung ist beim Rütteln an der Gabel kein Spiel spürbar, und der Lenker bewegt sich bei abgehobenem Vorderrad schon mit einem leichten Stoss von Anschlag zu Anschlag.